Chefinnensache

Kreativ und gleichzeitig Unternehmer? Ja, das geht!

von Arianna Schioldager

Wie vier Frauen ihre Ideen in der Geschäftswelt umgesetzt haben.

Lesezeit: 03 Minuten

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Sich in der Geschäftswelt einen kreativen Geist zu bewahren, kann wahrlich eine Herausforderung sein. Noch schwieriger ist es, seinen kreativen Ideen Gehör zu verschaffen und sie letztendlich umzusetzen.

Die gute Nachricht ist, dass beides möglich ist. Wir haben vier Frauen mit Erfahrung in der Geschäftswelt um Rat gebeten, wie man sein kreatives Gehirn aktiv hält und dafür sorgt, dass man bei Mitarbeitern Gehör findet – selbst wenn die Chancen verschwindend gering scheinen.

Das sind ihre Tipps:

Mit Beharrlichkeit vom „Nein“ zum „Ja“

Allie Greenberg, Senior Brand Marketing Manager bei Richer Poorer, ehemals Entertainment Marketing Manager bei Puma

Bei Puma machte ich mir meine Jugend zu Nutze. Man hörte sich meine Ideen an, weil ich jung war und als „cool“ galt. Das bedeutet jedoch keinesfalls, dass ich nicht oft auch ein „Nein“ als Antwort bekam. Das gehört in der Geschäftswelt nun mal dazu, aber bei jedem „Nein“ blieb ich einfach hartnäckig, denn ich war von meinen Ideen überzeugt. Ich vertraute auf mein Bauchgefühl, denn genau aus dem Grund hatte man mich schließlich ursprünglich eingestellt – weil ich als Expertin galt. Einige der Dinge, die die Chefs zuerst abgelehnt hatten, haben sich letztendlich als die bis heute erfolgreichsten entpuppt.

Wer sich also in der Geschäftswelt seine Kreativität bewahren möchte, sollte sich keinesfalls von seinem Gefühl abbringen lassen. Schließlich sind Sie aus gutem Grund da, wo Sie sind!

Ideen unter die Leute bringen – und zwar immer wieder

Heidi Gibson, Director of Product Management bei GoDaddy

Finden Sie einen Vorwand, um in Meetings aufzustehen. Treten Sie an die Leinwand heran, gestikulieren Sie, verteilen Sie Folgeaufgaben an die Anwesenden – wie durch ein Wunder hören einem alle zu, sobald man im Stehen spricht. Plötzlich haben Sie das Sagen. Bei uns im Büro lacht man mittlerweile jedes Mal, wenn ich es wieder tue („Ha! Heidi reißt mal wieder das Meeting an sich!“), aber es funktioniert nach wie vor!

Stellen Sie sich darauf ein, dass Sie Ihre Idee „unter die Leute bringen“ müssen, ganz egal, wie toll sie ist. Sie müssen sie höchstwahrscheinlich jedem Beteiligten einzeln anpreisen und immer wieder zur Sprache bringen, bis sie Fuß fasst. Verlieren Sie nicht den Mut, wenn die Leute am Anfang zwar Interesse zeigen, dann aber nichts geschieht. Lassen Sie sich auch nicht entmutigen, wenn nach einer Weile niemandem mehr bewusst ist, dass die Idee ursprünglich von Ihnen stammt.

Kollegen auf kreative Weise ins Boot holen

Chelsea Fuller, Partner und “Brand Bodyguard“ bei Campowerment, ehemals Brand Strategist bei 360i

Wenn Sie genau wissen, dass Ihnen etwas Fantastisches vorschwebt, aber keiner Ihre schillernde Idee begreift (und die fluoreszierenden Lichter Ihnen schon in Ihrer Seele weh tun), dann sind ausgefallenere Wege gefragt.

Führen Sie die Kollegen durch neue Formen des gemeinsamen Arbeitens an Ihre Idee heran. Denken Sie sich ein Spiel mit Fragen aus, die sämtliche Teilnehmer zu einer Antwort führen, die Sie mehr oder weniger voraussehen können. Ziehen Sie das Ganze von hinten auf, sodass das Ergebnis des Spiels genau die Erkenntnis ist, die hinter Ihrer kreativen Idee steckt.

Aber Achtung: Das bedeutet, dass man seinen Stolz ein wenig zurückstecken und einen Teil der Anerkennung anderen überlassen muss – doch wenn Ihre Priorität darin besteht, die Dinge durchzusetzen, an die Sie glauben, dann verteilen Sie ruhig ein paar Schmeicheleinheiten und denken Sie im Team.

Sein Publikum kennen

Jessica Franks, Development Executive bei Warner Bros.

Die Prämisse, dass man stets sein Publikum kennen sollte, kommt hier voll zum Tragen. Wenn man versucht, in der Geschäftswelt eine kreative Idee zu verkaufen, sollte man stets auch Fakten und Statistiken liefern, die die Stärke der Idee untermauern und einem Publikum gerecht werden, das [most likely] zu besonders kritischem und analytischem Denken neigt.

In der TV-Branche bedeutet das, nicht nur eine Idee für ein neues Fernsehprogramm zu präsentieren, sondern dazu auch Daten anzuführen (die man aus der Nachverfolgung von Projekten der Konkurrenz, der Analyse von Quoten und einer Beurteilung der Marktsättigung bezieht) und damit zu zeigen, dass die Neuerung durchaus das Potenzial hätte, in einer überfüllten Fernsehlandschaft zu bestehen.

Der gemeinsame Nenner: Wahrscheinlich müssen Sie zahlreiche Steine aus dem Weg räumen, um Ihren Ideen in der Geschäftswelt Gehör zu verschaffen – doch ist das kein Grund, den Mut zu verlieren. Bleiben Sie hartnäckig und scheuen Sie keine Mühe, um Ihre Kollegen mit ins Boot zu holen – denn Sie werden ihre Unterstützung brauchen, um Ihre Kreativität zum Leben zu erwecken.

Marriott Hotels arbeitet mit Create + Cultivate zusammen, um Unternehmerinnen vorzustellen, die ihre Ideen an ihrem Wohnort zum Leben erwecken, und um einen Raum zu schaffen, der das Genie erfindungsreicher Menschen fördert, die wissen, dass Erfolg niemals endgültig ist.