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Was die Wissenschaft über Kreativität sagt

von Heather Freiser

Fünf wissenschaftlich fundierte Gründe, den Künstler in sich freizulassen

Lesezeit: 04 Minuten

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In der hektischen Welt von heute, in der jeder ständig online ist, erscheint Zeit für Kreativität eher wie ein Luxus und nicht wie eine Notwendigkeit.

Doch was wäre, wenn wir Ihnen sagen würden, dass Zeit für Kreativität genauso wichtig ist wie Bewegung oder Ruhe und dass Sie – beruflich wie persönlich – besser fahren, wenn Sie der Kreativität in Ihrem Terminplan einen festen Platz einräumen?

Das ist nicht so verrückt, wie es zunächst klingt. Jüngere wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass Kreativität der Schlüssel zu einem gesunden, glücklichen und produktiven Leben ist.

Hier stellen wir fünf weitere wissenschaftlich fundierte Gründe dafür vor, warum Sie aus Ihrer Routine ausbrechen und sich von Ihrer Fantasie leiten lassen sollten.

Eine von Dropbox in Auftrag gegebene Studie kam zu dem Ergebnis, dass in Arbeitsumgebungen, die „kollektiv kreativ“ sind – das heißt flexibel und auf Zusammenarbeit ausgerichtet –, die berufliche Zufriedenheit höher ist.

„Flexibel und auf Zusammenarbeit ausgerichtet“ kann auch bedeuten, dass man die Freiheit hat, Zeit mit Dingen zu verbringen, die man sich selbst ausgesucht hat. Laut Harvard Business Review lohnt es sich für Unternehmen, die kreativ sein möchten, Zeit zur Verfügung zu stellen, die im traditionellen Sinne unproduktiv ist, den Mitarbeitenden aber die Möglichkeit bietet, ihren Horizont zu erweitern und ihre Ideen mit anderen zu teilen (indem sie beispielsweise im Internet surfen oder lesen).

Professor Girija Kaimal, Dozentin an der Drexel University, hat erforscht, wie sich künstlerische Betätigung auf stressbedingte Hormone im Körper auswirkt.

Das Experiment:

39 Erwachsene zwischen 18 und 59 Jahren sollten sich 45 Minuten lang künstlerisch betätigen.

Die Materialien:

Stifte, Papier, Ton, Schere und Material für Collagen

Die Studie:

Bevor die Teilnehmer sich ans Werk machten, erfassten Wissenschaftler ihre Cortisolwerte. (Cortisol ist ein biologischer Indikator, der mit Stress im Zusammenhang steht.)

Nach der künstlerischen Betätigung wurden die Werte erneut gemessen.

Das Ergebnis:

Nach der Betätigung waren die Cortisolwerte bei rund 75 % der Teilnehmer gesunken, was auf einen niedrigen Stresspegel schließen lässt.

Dr. Kelly Lambert, Dozentin für Psychologie an der Universität Richmond, fand heraus, dass handwerkliche Tätigkeiten unser Urbedürfnis, Dinge herzustellen, befriedigen und zum psychologischen Wohlbefinden beitragen. Tätigkeiten, die laut Studien zur Zufriedenheit beitragen:

  • Stricken
  • Holzarbeiten
  • Gemüse anbauen oder schneiden

All diese Tätigkeiten bauen nachweislich Stress ab, lindern Nervosität und helfen bei Depressionen.

CNN sagt, dass bei Menschen, die sich ab der Lebensmitte handwerklichen Projekten widmen, eine um 45 % geringere Wahrscheinlichkeit besteht, kognitive Störungen wie z. B. Demenz zu entwickeln.

Einfache Wege, in jedem Alter kreativ zu werden:

  • Arrangieren Sie Blumen.
  • Gehen Sie in ein Atelier.
  • Führen Sie Tagebuch.

2010 scannte Semir Zeki, Neurobiologe am University College London, in einer Studie die Gehirne von Freiwilligen, die sich 28 Bilder ansahen.

Er fand heraus, dass sich beim Ansehen von Kunst der Dopaminspiegel und die Aktivität in der vorderen Hirnrinde erhöht, was wiederum ein Wohlgefühl auslöst, ähnlich dem Gefühl der Verliebtheit.


Lassen Sie Ihren Geist schweifen.

Wenn kreative Betätigung so gar nicht Ihr Ding ist, müssen Sie sich nicht grämen: Es tut schon gut, sich einfach nur hinzusetzen und nichts zu tun.

Professor Jonathan Schooler, Dozent für Psychologie und Neurowissenschaften an der University of California in Santa Barbara, fand in Studien heraus, dass Menschen kreativer sind, nachdem sie sich Tagträumen hingegeben hatten oder ihre Gedanken ganz einfach hatten schweifen lassen.